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Das Journal für Generationengerechtigkeit, JfGG, (ISSN 1617-1799) ist eine zweisprachige (englisch und deutsch), vierteljährlich erscheinende Zeitschrift über Generationengerechtigkeit. Sie publiziert Artikel aus den Bereichen Philosophie, Politik und internationales Recht, die den aktuellen Forschungsstand reflektieren. Um mehr über einzelne Themen herauszufinden, klicken Sie auf die weiterführenden Links Über JfGG , Einreichung, Editorial Board , Hefte  und Abonnement .  

 
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Nächste Ausgabe: 4/2009

“Die Rechte von Kindern und Jugendlichen
- Schwerpunkt Wahlrecht”

 

 

Artikel

1) Prof. Dr. Dieter Birnbacher: Was bedeutet es, Rechte zu haben?

Dieser Artikel bietet eine Einführung in die Sprache der Rechte und in die Rolle, die Rechte in Ethik und Recht spielen, unter besonderer Bezugnahme auf die Rechte von Kindern. Es zeichnet sich ab, dass es eine ganze Reihe von Funktionen gibt, die für die Sprache der Rechte charakteristisch sind, sowohl in der Ethik als auch in der Rechtswissenschaft. Viele davon bieten die Möglichkeit, den Appell an moralische und juridische Prinzipien zu stärken, während andere Fallen stellen, die es zu vermeiden gilt. Zum Schluss werden zwei theoretische Fragen, die Rechte aufwerfen, behandelt: Zum einen, ob das Konzept des Rechts ohne Verlust durch das Konzept der Pflicht ersetzt werden kann; zum anderen, ob Rechte als soziale Konstrukte, die von Verpflichtungen abgeleiten sind, gesehen werden sollten, oder ob es plausibler ist, die Prioritätenfolge umzudrehen.

2) Prof. Dr. Steve Lecce: Sollte die Demokratie erwachsen werden? Kinder und das Wahlrecht

Dieser Artikel untersucht, ob die anhaltende Ausgrenzung von Kindern vom Wählen moralisch vertretbar ist oder nicht. Letztendlich gibt es starke Spannungen zwischen den egalitären Annahmen die Demokratie betreffend und unserem offensichtlichen Unwillen, Kindern das Wahlrecht zuzugestehen. Solange keine plausible Unterscheidung zwischen Erwachsenen und Kindern gefunden wird, die auch den zugrunde liegenden pro-demokratischen Gründen folgt, muss die anhaltende politische Vorenthaltung des Wahlrechts von unseren jüngsten Bürgern als das bezeichnet werden, was sie ist: eine soziale Ungerechtigkeit. Der Artikel beginnt mit der Darstellung einiger konzeptioneller Schwierigkeiten, die im Verhältnis Kindheit - Demokratie aufkommen. Anschließend untersucht er zwei sehr unterschiedliche Demokratieansätze und ihre Bedeutung für das Kinderwahlrecht: Prozeduralismus und das vermeintliche Kinderrecht auf eine offene Zukunft.

3) Prof. Dr. Robert H. Pantell und Prof. Dr. Maureen T. Shannon: Eine bessere Politik für Kinder: jedem Kind eine Stimme

Veränderungen in der Sozialpolitik der Vereinigten Staaten im Laufe der letzten vier Jahrzehnte haben 100 Prozent der Menschen über 65 Jahren mit einer Gesundheitsversicherung ausgestattet und die Armut dieser Gruppe reduziert, während die Zahl der Kinder in Armut gestiegen ist und zehn Millionen unversichert sind. Diese zunehmende intergenerationelle Ungerechtigkeit spiegelt politische Entscheidungen wider, in denen Kindern eine Stimme fehlt. Die Ziele des vorliegenden Artikels sind 1) eine Zusammenfassung gegenwärtiger Ansichten zum Stimmrecht für Kinder aus den Bereichen Ethik, Regierungslehre, Recht, Sozial- und Gesundheitswesen; 2) eine Überprüfung der Entwicklung von Abstimmung und Repräsentation in den USA und eine Identifikation der Fehleinschätzungen, die eine gleichberechtigte Repräsentation von Kindern behindern; 3) eine Diskussion der Rechtsgrundlage, die Kinder als Erwachsene begreift und elterliches Entscheiden in Vertretung für Kinder gestattet; sowie 4) Vorschläge von Strategien, um ein gleichberechtigtes Repräsentationssystem für Kinder durch Änderung unseres gegenwärtiges Wahlsystems anzuregen.

4) Prof. Dr. Laurent de Briey, Aurélie Héraut und Elise Ottaviani : Im Namen der Kinder? Das pluralische Wahlsystem in Belgien – von 1893 bis 1919

In den letzten Jahren hat das Kinderwahlrecht erneute Aufmerksamkeit erfahren. Eine Idee, die dabei diskutiert wird, ist das Vertreterstimmrecht, nach dem gesetzliche Vertreter dieses Rechts durch eine Bevollmächtigung wahrnehmen dürfen, vom Tag der Geburt des Kindes bis es das gesetzliche Wahlalter erreicht. Das Konzept, das hinter dieser indirekten Ausübung des Kinderwahlrechts - ChiVi1- steht, wird in der wissenschaftlichen Literatur von dem Politikwissenschaftler Paul Peterson (1992) und dem Soziologen Stein Ringen (1997) unterstützt. Mehrere Publikationen² haben sich ebenfalls mit den Argumenten zugunsten dieses Konzepts als auch mit den erhobenen Einwänden beschäftigt. In letzter Zeit wurde versucht, ChiVi auch auf der politischen Bühne zu etablieren. So haben in Deutschland 47 Abgeordnete im Jahr 2003 parteiübergreifend einen Gesetzesentwurf eingereicht, der jedoch abgelehnt wurde.
Dieser kurze Artikel behandelt in erster Linie historische Beispiele: In Belgien existierte zwischen 1893 und 1919 eine Rechtsordnung, die Vätern tatsächlich erlaubte, mehrere Stimmen abzugeben.

Reviews


1) Priscilla Alderson (2008): Young Children’s Rights. Exploring Beliefs, Principles and Practice. London/Philadelphia: Jessica Kingsley Publishers. Second Edition. 231 Seiten. ISBN 978-1-84310-599-2. Preis: £19.99 / $39.95.

2) David Archard and Colin MacLeod (eds). (2003): The Moral and Political Status of Children. Oxford: Oxford University Press. 296 Seiten. ISBN 0199242682. Preis: £64.60 / $65.